EINE DOKUMENTATION
Ansicht der Bahnstation Türkismühle von der Straßenseite aus gesehen
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Bahnstation Türkismühle Bahnstation Türkismühle

Bau und Streckeneröffnung

Am 26. Mai 1860 eröffnete die Rhein-Nahe Eisenbahn-Gesellschaft (RNE) das Teilstück der Nahetalbahn zwischen Oberstein (heute Idar-Oberstein) und Neunkirchen. Die 141,8 Kilometer lange Gesamtstrecke ging am 26. Mai 1860 in Betrieb. Der Bahnhof lag bei der Streckeneröffnung im Fürstentum Birkenfeld, das bis 1937 zum Großherzogtum Oldenburg gehörte. Das Bahnhofsgebäude lag in der Nähe der Türkis- Mühle und wurde Ortszentrum. Für den Bau des Bahnhofs musste die Nahe verlegt werden. Der Bahnhof konnte daher nur über eine Brücke erreicht werden.

Das Empfangsgebäude Türkismühle

Das Fachwerkgebäude bestand aus drei Rechteckbauten, die jeweils um ein Stockwerk höher gebaut waren. Am dreistöckigen Gebäudeteil war ein Güterschuppen aus Fachwerk angebaut worden. Ein frei stehendes Toilettenhäuschen komplettierte die Bahnhofsanlage. Der Eingang zum Gebäude führte durch den dreistöckigen, giebelständigen Mittelteil des Stationsgebäudes. Einen Zugang zum Hausbahnsteig war nicht vorhanden. Im Erdgeschoss gab es Wartesäle und ein Dienstzimmer mit Fahrkarten- und Gepäckschalter sowie eine Gaststätte. Zwei Schüttbahnsteige waren zwischen den Gleisen angelegt worden. Schnell wuchs der Güterverkehr zum Bahnhof. Täglich gab es 300 Fuhrwerke, die ihre Ladung zum Bahnhof brachten. Der Personen- und insbesondere der Pendlerverkehr zu den Hütten- und Stahlbetrieben wuchs sehr schnell auf bis zu 2.000 Reisende täglich. Bald siedelten sich Speditionen, Gastwirte und Unternehmen im Bahnhofsbereich an. Der Bahnhof gehörte 1938 zur Rangklasse II.

Weitere Streckeneröffnungen und Ausbauten

Am 15. Mai 1897 ging die Strecke zwischen Hermeskeil nach Türkismühle in Betrieb. Die Gleisanlage wurde erweitert. Ein Telegrafenzimmer sowie ein Dienstraum für die Gepäckabfertigung entstand. Die Personenbeförderung und der Güterverkehr sank, da viele Transportleistungen über Hermeskeil abgewickelt wurden. Türkismühle wurde zum Trennungsbahnhof.

Das zweite Empfangsgebäude

1904 wurden die Mittelbahnsteige befestigt und erhielten eine Überdachung. Sie konnten über einen Personentunnel erreicht werden. Etwas später begannen die Bauarbeiten für ein neues Stationsgebäude im Heimatstil. Es bestand aus zwei giebelständigen, zweistöckigen Seitenbauten, die durch einen einstöckigen Zwischenbau verbunden waren. Das Gebäude war verputzt und besaß Satteldächer. Im Verbindungsbau befand sich die Bahnhofsgaststätte. Eine Güterhalle war angebaut worden.

Weitere Streckeneröffnungen und Ausbauten

1919 wurde das Saarland dem Völkerbund unterstellt und der Bahnhof war Grenzstation. Auf dem Bahnsteig 2 baute die Bahn zwei Zollbuden. 1921 entstand eine Eisenbahnersiedlung sowie ein dreiständiger Lokschuppen mit Drehscheibe. Die Güteranlage wurde vergrößert und erhielt ein Abfertigungsgebäude sowie eine Umladebühne. Am 15. Mai 1934 ging die Strecke Türkismühle - Wolfersweiler in Betrieb. Am 16. November 1936 erfolgte die Verlängerung nach Kusel. 1935 wurde das Saarland wieder in das Deutsche Reich eingegliedert. Die Zolleinrichtungen baute man ab. 1938 bestand die Gleisanlage aus zwölf Gleisen, wovon sechs Hautgleise waren. 1945 wurde der Bahnhof durch Luftangriffe schwer beschädigt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Bahnhof wieder aufgebaut. Türkismühle war jetzt eine französiche Grenzstation. Durch die Rückgliederung das Saarlandes am 5. Juli 1959 waren die Grenzanlagen erneut überflüssig. Der Bahnverkehr nach Hermeskeil wurde 2014 stillgelegt und die Strecke 2019 zurückgebaut. Der Personenverkehr nach Kusel endete 1964, der Güterverkehr im Jahr 2000.

Was hat sich verändert, was ist geblieben

Das zweite Empfangsgebäude ist in seinen Grundzügen erhalten geblieben.
Bilder Türkismühle
Bahnhof von 1860
Luftaufnahme
Bahnhof um 1925
Bahnhof um 1860 Bahnhof um 1925 PANORAMA Nahetalbahn Bingen (Rhein) Hbf Saarbrücken Hbf
Die Eisenbahn “kam” am 26. Mai 1860 nach Türkismühle. Also 25 Jahre nach der Eröffnung der ersten Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth 1835. Türkismühle hatte zu diesem Zeitpunkt keine Einwohner (Ende 2018 waren es 9.878 Einwohner). Türkismühle ist heute ein Teil der Gemeinde Nohfelden.
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